
Fotos: Bruno Bolinger
„Er ist einfach der beste Lehrmeister, weil er viel Zeit in die Ausbildung von uns Lernenden investiert und den Berufsstolz hochhält“, sagt Antje Weiss, die sich im dritten Lehrjahr Restaurationsfachfrau im Dolder Grand befindet. Ihren Lehrmeister Benjamin Zerbe hat sie zwar erst seit gut einem Jahr, aber seine grosse Unterstützung an der Servicemeisterschaft an der Igeho hat die beiden zusammengeschweisst.
Antje informierte den deutschen Hotelfachmann zwar, dass sie ihn für den Zukunftsträger 2012 angemeldet hatte, mit einer Nomination und gar einem Sieg hat Zerbe aber zu keinem Zeitpunkt gerechnet. Denn als der 30-Jährige nach bereits ausgebildeten Lernenden gefragt wurde, sei für ihn klar gewesen, dass er eher eine Nebenrolle spielen würde. „Als dann der Anruf kam, war ich schon sehr überrascht.“
Der Berliner Zerbe arbeitet seit 2009 im Dolder Grand in Zürich und hat dort 2010 die Lehrmeisteraufgabe von seiner Kollegin Sara Müller übernommen. „Es gibt nichts Schöneres, als die Lernenden in der wichtigsten Lebensphase zu begleiten“, betont Zerbe.
Wichtig ist dem Zukunftsträger 2012, dass seine Lernenden so arbeiten, wie sie es selbst schätzen würden. „Wir müssen den Beruf aus voller Überzeugung und Liebe machen und den Berufsstolz hoch tragen.“ Zerbe schätzt zudem, wenn seine Lernenden selbständig Projekte durchführen. „Ich halte nicht viel davon, dass man den Lernenden alles vorschreibt und ihnen sagt, was sie unbedingt machen sollen.“ Antje Weiss sei damals für die Servicemeisterschaft selber zu ihm gekommen und habe ihn gefragt, ob er sie unterstützte. „Da habe ich keine Sekunde gezögert.“
Benjamin Zerbe verfolgt eine strikte Linie. „Eine hundertprozentige Einstellung zum Beruf ist mir einfach wichtig.“ Dementsprechend könne es auch manchmal für den Lernenden anstrengende sein, „weil bei mir einfach immer alles stimmen muss“, erzählt er. Wenn es deshalb aber zu einem Problem komme, dann arbeite er die Situation in einem Gespräch mit den Lernenden sofort auf. „Danach ist die Welt wieder in Ordnung.“
Als Lehrmeister steht Zerbe erst am Anfang, als Zukunftsträger bereits ganz oben. Er will weitermachen. „Das bereichernste am Lehrmeister sein, ist der Austausch mit den Lernenden, die anders sind, als man selbst ist.“ So könne er einerseits immer wieder etwas dazulernen und andererseits ihnen helfen nach der Lehre soweit zu sein, dass sie sagen: „Jetzt bin ich bereit, die Welt zu erobern.“
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